Die technische Transformation der Mode: Meine Reise durch eine Branche im Wandel

Published on May 28, 2024

Im aktuellen Europolitan berichtet Alumna Stella Szigethy (IPBS/IMX 2011) in ihrem Artikel über ihren unkonventionellen Weg von der Mode Enthusiastin zur KI-Befürworterin - hier ein kleiner Auszug.

"Ich bin Stella, ein Stuttgarter Mädchen im Herzen, aber mit einem internationalen Touch. Ich wurde in Serbien geboren, als eine lebhafte Mischung ungarischer und serbischer Eltern, und bin so ziemlich die Definition von multikulturell. Nachdem ich in mehreren Ländern gelebt und ein ganzes Jahr in Asien verbracht habe, habe ich auf dem Weg sechs Sprachen gelernt. Jetzt habe ich meinen Anker in Budapest gefunden, meinem geliebten "Zuhause fern der Heimat". Tagsüber tauche ich in die aufregende Welt der Modetechnologie ein, nachts verwandle ich mich in eine deutsch-ungarische Nachrichtensprecherin, die Geschichten aus verschiedenen Kulturen erzählt.


Mode und Technologie - ein ungleiches Paar, oder? Als ESB-Absolventin lebe ich an diesem faszinierenden Scheideweg. Derzeit leite ich das Vertriebs- und Marketingteam bei Secret Sauce Partners, einem SaaS-Unternehmen, das sich auf KI-gesteuerte Modetechnologie für Passform, Größe und Stil spezialisiert hat. Wir nutzen KI, um führende Modeunternehmen zu unterstützen, von Designern wie Gucci bis hin zu Multimarken-Einzelhandelsriesen wie Walmart, die über die weltweit größten Modedatensätze mit über 1 Billion Datenpunkten verfügen. 

Meine berufliche Reise begann vor etwa einem Jahrzehnt als Vendor Manager für Mode bei Amazon, mitten im Herzen der Einkaufsabteilung. Ich war in meinem Element, besuchte Modenschauen, glamouröse Events und nahm an Einkaufsveranstaltungen in exquisit gestalteten Showrooms teil. Ich habe es absolut geliebt. Aber so erfüllend es auch war, das anspruchsvolle Tempo von Amazon begann mich nach fünf Jahren zu belasten. Etwa zur gleichen Zeit, als ich mich meinem 30. Geburtstag näherte, kam ein lang gehegter Traum von einer Weltreise wieder zum Vorschein. Es war ein Jetzt-oder-Nie-Moment. Also unternahm ich einen mutigen Schritt: Ich kündigte meinen Job, verabschiedete mich von meiner geliebten Wohnung in München und begab mich auf eine einjährige Reise durch Asien. Dieses Abenteuer erfüllte mir nicht nur einen persönlichen Traum, sondern führte mich auch zu einer neuen Liebe und einem neuen Zuhause in Budapest. Interessanterweise hatte ich, obwohl ich zur Hälfte Ungarin bin, nie wirklich viel Zeit dort verbracht, nur gelegentlich ein Wochenende (Sziget-Festival). In Budapest wohnhaft zu werden, war ein Wendepunkt. Ich war bereit, mich beruflich weiterzuentwickeln. Ich blieb bei der Mode, wollte aber eine neue Richtung einschlagen, eine neue Nische finden. Und so stürzte ich mich in die Welt der Fashion Tech, ein Bereich, der für mich sowohl herausfordernd als auch aufregend war. Dieser Wechsel führte mich zu meiner jetzigen Rolle an der Schnittstelle von Mode und KI. In dieser Rolle bin ich ein Sprachrohr, das die Welten von Mode und Technologie miteinander verbindet.

Warum Größenlösungen in der Fashion Tech? Durch meinen Hintergrund als Modeeinkäuferin habe ich aus erster Hand Einblick in die kritischen Herausforderungen bei der Größenbestimmung und Retouren in der Online-Mode erhalten. Ich habe erlebt, wie inkonsistente Größenangaben, die von Marke zu Marke und sogar innerhalb einer Marke variieren, Kunden verwirren, die Rückgabequote erhöhen und den Gesamtumsatz beeinträchtigen können. Die Lösung dieses Problems der transparenten Größenangaben ist für den Erfolg der Online-Mode entscheidend.
Die Online-Modebranche hat schon immer mit diesen Herausforderungen gerungen (und tut es immer noch). Die allzu häufige Frustration, schlecht sitzende Kleidungsstücke zu erhalten, ist ein Szenario, das viele von uns als Verbraucher nur zu gut kennen. Hier bieten KI und maschinelles Lernen Abhilfe. Mithilfe dieser Technologien entwickelt die Branche personalisierte Passform- und Größenempfehlungen, um das Kundenerlebnis zu verbessern und Retouren zu reduzieren. Eine weitere Herausforderung ist die Notwendigkeit von Inklusion und Repräsentation. Die Zeiten, in denen Einheitsgrößen und begrenzte Körpertypen im Mittelpunkt standen, sind vorbei. Die Verbraucher verlangen heute nach Vielfalt, und die Modebranche reagiert darauf mit Lösungen wie virtueller Anprobe und KI-gesteuerten personalisierten Einkaufserlebnissen, die ein breiteres Spektrum an Körperformen und Vorlieben ansprechen."

Welches die  "Hottest Tech Tools in Fashion" sind und wie diese zum Einsatz kommen, kannst du hier online lesen.
Wir wünschen viel Freude dabei - und sagen dir Stella ein herzliches Dankeschön für diesen spannenden Einblick.