Alumni im Interview - Dennis Fischer veröffentlicht zweites Buch "Future Work Skills - Die 9 wichtigsten Kompetenzen für deine berufliche Zukunft"

Published on March 1, 2022

ESB-Alumnus Dennis Fischer (IPBS 2011) hilft als Keynote Speaker, Buchautor und Trainer anderen Menschen und Unternehmen, die wichtigsten Skills der Zukunft zu erlernen und die Zukunft selbst zu gestalten. Nach seinem Abschluss im deutsch-französischen Double Degree Programm (IMX) der ESB sammelte er Berufserfahrung in Konzernen, Startups und mittelständischen Unternehmen. Zudem ist er aktuell als Dozent für Design Thinking & Business Model Innovation an der FOM Hochschule für Ökonomie & Management tätig.

Sein Motto "Stand Up - Skill up" spiegelt sich auch in seinem ersten Buch "52 Wege zum Erfolg - Die besten Ideen aus 500 Business Ratgebern" wider, welches vom Hamburger Abendblatt als eines der Top 10 Wirtschaftsbücher 2019 ernannt wurde. Im Februar ist bereits sein zweites Werk "Future Work Skills - Die 9 wichtigsten Kompetenzen für deine berufliche Zukunft" erschienen. In diesem praktischen Karriereratgeber gibt Dennis Fischer den Lesern zahlreiche Tipps, wie man sich fit für die Arbeitswelt der Zukunft machen kann und auf welche Skills und Kompetenzen es dabei besonders ankommt. 

 

Im exklusiven Interview mit dem ESB Reutlingen Alumni e.V. erzählt uns Dennis Fischer mehr über die Story hinter seinem neuen Buch, die wichtigsten "Future Work Skills" und gibt uns Tipps, wie wir uns am besten auf die Arbeitswelt der Zukunft vorbereiten können.

Gerade ist dein zweites Buch zum Thema "Future Work Skills - Die 9 wichtigsten Kompetenzen für deine berufliche Zukunft" erschienen. Wie ist die Idee zu deinem Buch entstanden?

Vor einigen Jahren hatte ich in einer Art Selbstexperiment alle wichtigen Titel im Ratgebermarkt verschlungen. Insbesondere während meiner Studienzeit in Frankreich habe ich vermehrt Ratgeber zum Thema Selbstoptimierung gelesen und konnte nicht mehr aufhören. Nachdem ich meine Festanstellung gekündigt hatte, ohne genau zu wissen, wie es weitergeht, begann ich ein Buch pro Woche zu lesen. Durch die Tipps und Tricks versuchte ich sämtliche Lebensbereiche zu optimieren. Vor diesem Hintergrund entstand auch mein erstes Buch "52 Wege zum Erfolg".

Nachdem ich 2019 mein erstes Buch veröffentlicht hatte, hatte ich ein sehr prägendes Erlebnis. Im Selbstoptimierungswahn radelte ich auf dem Hometrainer, schrieb parallel eine WhatsApp und im Ohr hatte ich ein Hörbuch – in 2,5-facher Geschwindigkeit. Das Hörbuch, das ich gerade hörte, hieß: "Nichts tun"! „Nichts tun – Die Kunst der Aufmerksamkeitsökonomie zu entfliehen.“ In diesem Moment wurde mir bewusst, wie grotesk dieser Selbstoptimierungswahn war.

Ich dachte mir: "Geht es in Zukunft wirklich darum, dass wir Menschen immer mehr zur Maschine werden? Oder sollten wir uns nicht auf die Kompetenzen konzentrieren, die nicht von Künstlichen Intelligenzen oder Robotern kopiert werden können?"

Daraufhin habe ich mich intensiver mit der Arbeitswelt der Zukunft und den wichtigsten Kompetenzen der Zukunft auseinandergesetzt, führte zahlreiche Experteninterviews und durfte mit spannenden Unternehmensvertretern sprechen. Dabei stellte ich fest, dass es in Zukunft wieder viel mehr auf menschliche Skills ankommt, als darauf mit Maschinen zu konkurrieren. 

 

Was kann man sich unter Future Work Skills vorstellen? Und welche sind deiner Meinung nach die wichtigsten?

Die 9 Kompetenzen oder "Future Work Skills" sind das Destillat aus diversen Quellen und meiner Arbeit der vergangenen Jahre. Ich habe mich dabei bewusst auf Soft-Skills fokussiert, da ich ihre Wichtigkeit betonen möchte. Natürlich bleiben auch Hard-Skills weiterhin wichtig, aber viele von diesen Skills (Programmieren etc.) können in Zukunft auch Künstliche Intelligenzen oder Algorithmen übernehmen. Soft-Skills dagegen lassen sich nicht so schnell ersetzen. 

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Diese 9 Kompetenzen siehst du in der Grafik. Meiner Meinung nach gehören Lebenslanges Leben und Empathie dabei zu den wichtigsten Skills. 

Beide sind die Grundlage für alle weiteren Skills. Nur wenn wir es schaffen, wieder mehr Empathie in die Gesellschaft zu bringen, kann sich auch die Kommunikation verbessern. Dabei sollten wir mit der Empathie für uns selbst (Selbstwahrnehmung) starten, die wiederum unsere Resilienz stärkt.

Das gleiche gilt für Lebenslanges Lernen. Nur wenn wir regelmäßig offen für neues bleiben und lebenslang weiterwachsen, werden wir in Zukunft komplexe Probleme lösen und unsere Kreativität trainieren können. Wenn wir also bei diesen beiden Skills beginnen, werden sich alle weiteren Skills automatisch auch weiterentwickeln.

 

Die Arbeitswelt verändert sich in immer schnelleren Schritten. Was sollten unsere ESB-Studierende und Alumni tun, um auch in 10 Jahren noch beruflich erfolgreich zu sein und auf dem Arbeitsmarkt gefragt zu bleiben?

Ich denke als ESB-Studierende werden wir schon gut auf die Arbeitswelt vorbereitet. Zum einen durch den hohen Praxisanteil und zum anderen durch die ständigen Ortswechsel. Wenn ich etwas aus meiner eigenen Studienzeit in Frankreich mitgenommen habe, dann sind es weniger inhaltliche Aspekte als vielmehr organisatorische Skills. Ich werde nie den Moment vergessen, in dem ich mit einem großen Umzugs-LKW mehrere Runden um den Arc de Triomphe gefahren bin und dachte: „Aus diesem Kreisel kommst du nie wieder heraus.“ Im Ausland ein Praktikum zu finden, eine Wohnung zu mieten und ein eigenes Konto einzurichten hat mich vermutlich mehr Skills gelehrt als zahlreiche Vorlesungen.

Deswegen ist auch mein Motto für die Bildung der Zukunft „Create experiences, not lessons!“.