Best of Europolitan - Kuriose Berufe rund ums Essen

Tätigkeiten wie Koch, Bäcker oder Supermarktverkäufer kennt jeder – aber was ist eigentlich mit den Berufen, denen so wenige Menschen nachgehen, dass sie kaum einer kennt? Hier kommt eine Sammlung der merkwürdigsten Jobs, die man in der Welt rund ums Essen so finden kann. Zusammengetragen von Sanja Schlag (IB 2021).

Culinary Trendologist
Die Aufgabe klingt schon im Namen an – Culinary Trendologists analysieren Trends rund um Lebensmittel und Essen. Das klingt erst einmal nach viel Praxis, dahinter verbergen sich aber stundenlange Recherchen auf Blogs, in Social Media-Kanälen und in Magazinen, von Restaurant-Menüs und sogar im Fernsehen. Und was machen Culinary Trendologists dann mit diesen Informationen? Genau, Beratung. Oder um etwas konkreter zu werden: Sie geben ihren Klienten, zum Beispiel Restaurants, Vorhersagen, wann welche Trends wichtig werden und wann es daher sinnvoll ist, Speisekarten zu ändern und diese neuen Trends aufzugreifen.

Glückskeksautor
Wer verfasst eigentlich die Sprüche, die man beim Öffnen von Glückskeksen findet? Dahinter stecken tatsächlich spezielle Autoren, deren Vollzeitjob es ist, diese Weisheiten oder Vorhersagen zu Papier zu bringen. Wer sich als Glückskeksautor versuchen möchte, bewirbt sich meist bei Wonton Food, dem weltweiten Marktführer der Branche, oder ein paar anderen Firmen, die ebenfalls Glückskekse herstellen.

Pilzberater
Laien wird nicht umsonst davon abgeraten, ohne Vorkenntnisse im Wald auf Pilzsuche zu gehen – immer wieder sterben Menschen an den Folgen einer Pilzvergiftung. Um das zu verhindern, gibt es professionelle Pilzberater, die Privatpersonen zur Essbarkeit ihrer gesammelten Schätze beraten. Sie kontrollieren darüber hinaus aber auch Märkte, halten Vorträge oder veranstalten Exkursionen für Pilzsammler. Um Pilzberater zu werden, benötigt man neben umfassendem Fachwissen auch soziale Kompetenz, beides kann bei einer Ausbildung bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie erlernt werden.

Professional Forager
Dieser Beruf bringt einen wortwörtlich back to the roots: Ein Forager verbringt seine Tage in Wäldern, an Flüssen und auf Bergen und sammelt. Seltenes wildes Gemüse, Beeren und ähnlich ungewöhnliche Zutaten trägt ein Forager zusammen und verkauft diese dann an Restaurants. Das Zurück-zur-NaturKonzept liegt im Trend, und Restaurant-Chefs sind bereit, mehr Geld zu bezahlen, um regionale Zutaten direkt aus der Natur zu bekommen. Vorteil dieses Berufs? Man ist den ganzen Tag an der frischen Luft. Das gilt allerdings auch bei schlechtem Wetter – egal ob Regen oder Sturm. Manche Forager entscheiden sich daher für eine Art Light-Version dieses Jobs – sie sammeln nicht direkt in der Natur, sondern suchen auf regionalen Märkten nach den besten Zutaten.

Food Stylist
Warum sieht Essen in der Werbung eigentlich so viel besser aus als in der Realität? Dahinter stecken die Food Stylisten dieser Welt. Getrickst wird hier mit jedem Mittel: Die Milch in Cornflakes ist eigentlich Kleber, Burger-Brötchen bestehen aus Schaumstoff, Eiswürfel aus Plastik, Fleisch wird bemalt und mit dem Brenner bearbeitet … die Liste lässt sich schier endlos fortsetzen. Food Stylisten arbeiten aber nicht nur für die Werbung, sondern sorgen auch dafür, dass Burgerketten weiterhin Burger und Co. unter die Leute bringen. Sie sind meist auch für das Anrichten und die Gestaltung der Gerichte in Koch- und Backbüchern verantwortlich und verfügen oft über jahrelange Berufserfahrung als professionelle Köche.

Honig-Sommelier

Was vor ein paar Jahren noch ein Neologismus war, ist – zumindest in den USA – ein anerkannter Beruf. Dort existiert inzwischen sogar die American Honey Tasting Association. Ähnlich wie beim klassischen Sommelier, der für Weine zuständig ist, verkostet der Honig-Sommelier verschiedene Honigsorten und unterscheidet diese anhand von Farbe, Konsistenz und Geschmack. Um die feineren Aspekte und Noten im Honiggeschmack zu erkennen, braucht es jahrelanges Verkosten und einiges an Erfahrung.

Geoduck-Taucher
Die Elefantenrüsselmuschel, auch Königsmuschel genannt (auf Englisch: geoduck) ist eine Salzwassermuschel, die aufgrund ihrer knusprigen Haut und des einzigartigen Geschmacks eine beliebte Delikatesse in der Spitzenküche ist. Ihr Lebensraum an der Pazifikküste erstreckt sich von den Vereinigten Staaten bis Kanada. Sie ist mit einer Länge von bis zu einem Meter und einem Gewicht von 0,5 bis 1,5 Kilogramm eine der größten Muschelarten der Welt. Das Sammeln dieser Muscheln ist allerdings nicht ganz ungefährlich. Geoduck-Taucher binden sich Gewichte an die Füße, um über den Meeresgrund „laufen“ zu können und dabei nach den Muscheln zu suchen – in bis zu 20 Meter Tiefe. Da sich die Muscheln gerne im Sand vergraben, sind sie nur zu finden, indem man den Meeresboden abtastet. Der dabei aufgewirbelte Sand erschwert die Arbeit, und durch Wetterbedingungen oder Strömungen können die Taucher in Gefahr geraten. Die Arbeit lohnt sich nur dank der hohen Verkaufspreise, die sich die Taucher:innen erhoffen können – je nach aktuellem Marktpreis liegen diese zwischen etwa 15 bis 42 Euro pro Kilogramm.

Eierschäler
Darüber sind sich wahrscheinlich die meisten einig: Eierschälen ist ein uninteressanter bis nerviger Zeitvertreib. Überall klebt Schale und manchmal lassen sich die Dinger wirklich einfach nicht richtig schälen! Umso schwieriger sich vorzustellen, dass es Menschen gibt, die das den lieben langen Tag lang tun. Diese Profis schälen Eier schneller als jeder andere – der Weltrekord liegt sogar bei 48 geschälten Eiern in einer Minute!

Eiscreme-Verkoster

Zuletzt noch ein Beruf, den die meisten von uns wohl gerne hätten: Was gibt es Schöneres als sein Geld damit zu verdienen, den ganzen Tag Eis zu essen? Tatsächlich gibt es verrückte Geschichten in der Eis-Verkostungs-Szene: Die Berufsbezeichnung des Haupt-Verkosters von Ben & Jerry’s ist offiziell „Primal Ice Cream Therapist“, und einer der berühmtesten Eis-Verkoster aller Zeiten, der Amerikaner John Harrison, hatte seine Geschmacksnerven sogar für eine Million Dollar versichert.

Hier geht es zur online Version des Europolitan.

Andere Neuigkeiten