Soziale Projekte im Alumni Netzwerk - Schulprojekt Burkina Faso

20 Jan 2021

In Anlehnung an unser Update zu den sozialen Projekten im Alumni Netzwerk aus dem Frühjahr haben wir bei Jana Stetter vom Schulprojekt Burkina Faso nachgefragt, wie sich die Situation in ihrer Schule „Lycée Municipal Timo & Rixa de Thiou“ in diesem schwierigen Jahr entwickelt hat.

Inwiefern hat Corona eure Arbeit und eure Pläne beeinflusst?

In Burkina Faso war und ist Corona nicht das vorherrschende Thema in diesem Jahr. Es gibt wenige Fälle - ob eine geringe Anzahl an Tests dafür verantwortlich ist oder es andere Gründe gibt, kann ich nicht beurteilen. Was in Burkina Faso seit längerer Zeit für Beunruhigung sorgt, sind terroristische Anschläge - vor allem im nördlichen Grenzgebiet zu Mali.

Unsere Schule und die Region, in der sich die Schule befindet (ebenfalls im nördlichen Teil des Landes) blieben bisher zum Glück verschont. Allerdings können wir aus diesem Grund schon seit circa zwei Jahren nicht mehr nach Burkina Faso reisen, da die Sicherheitslage zu angespannt ist. Außerdem mussten durch den Terrorismus im letzten Jahr zahlreiche Menschen im Norden ihre sehr bescheidenen Wohnräume verlassen und in Richtung Süden fliehen. Dadurch wächst die Armut in dem sowieso schon sehr armen Land stark an.

Grundsätzlich haben wir im letzten Jahr festgestellt, dass die Spendenbereitschaft etwas zurück gegangen ist, so dass wir unser Ziel, ein weiteres Schulgebäude zu bauen, im Jahr 2020 nicht erreichen konnten. Dennoch sind wir zuversichtlich, dass wir dieses Vorhaben in Zukunft noch umsetzen können.

Durch die Maßnahmen in Deutschland konnten natürlich auch sehr viele Veranstaltungen nicht stattfinden, sodass wir neben der Unterstützung, die wir von unseren jahrelangen, treuen Spendern erhalten, wenig Gelegenheit hatten, Spenden zu sammeln. Ich denke, die ungewisse wirtschaftliche Situation hier in Deutschland trägt maßgeblich dazu bei, dass viele Menschen dieses Jahr eventuell nicht oder tendenziell eher für inländische Projekte spenden.

Welche Wünsche und Ziele habt ihr für 2021?

Zunächst einmal wünschen wir uns ganz allgemein eine Rückkehr zur Normalität - sowohl in Bezug auf Corona, aber in Burkina Faso vor allem in Bezug auf die Sicherheit des Landes.

Burkina Faso hat sich stets dadurch ausgezeichnet, dass verschiedene religiöse Gruppen friedlich zusammenlebten und es keine Bürgerkriege oder andere gewaltsame Auseinandersetzungen gab. Dies war auch einer der Gründe, warum wir uns damals für Burkina Faso entschieden haben. Unser Schulprojekt und auch die Ausbildungsprojekte sind auf Langfristigkeit ausgelegt. Wir hoffen deshalb sehr, dass unsere Schule von Anschlägen verschont bleibt und wir den Schulbetrieb dauerhaft fortführen können.

Selbstverständlich haben wir unser Vorhaben, die Schule um weitere vier Klassenzimmer zu erweitern, noch nicht verworfen und hoffen, diesem Ziel im kommenden Jahr ein ganzes Stück näher zu kommen und es dann eventuell realisieren zu können.

Wir haben im Herbst des letzten Jahres zum ersten Mal 7 Mädchen bei Ihrer Ausbildung zur Hebamme beziehungsweise zur Krankenschwester unterstützt. Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Nachdem unsere erster Ausbildungsjahrgang zur Grundschullehrerin im Frühjahr 2020 erfolgreich seinen Abschluss absolviert hat, hoffen wir auch in diesem Bereich unser Engagement in Zukunft weiter auszudehnen. Momentan befinden sich noch 10 Mädchen im zweiten Ausbildungsjahr zur Grundschullehrerin. Ziel ist es, im Herbst des nächsten Jahres weitere Mädchen bei ihrer Ausbildung zur Grundschullehrerin und zur Hebamme oder Krankenschwester zu unterstützen.

Vielen Dank für das Update, Jana!

An dieser Stelle möchten wir bei euch, unseren ESB Alumni, zur Spende aufrufen. Durch eure Spende könnt ihr dabei helfen, die Erweiterung der Schule zu finanzieren und dadurch noch mehr Kindern- vor allem Mädchen- eine Schul- oder Berufsausbildung zu ermöglichen.

Weitere Informationen findet ihr auf der Homepage: www.schulprojekt-burkina-faso.de


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