
Best of Europolitan - Not for Everybody – Parfüm und Wäsche von bruno banani aus Deutschland
In der aktuellen Ausgabe unseres Vereinsmagazins berichtet ESB-Alumnus Jan Jassner (AW 2000) über sein Familienunternehmen bruno banani.
Hier ein Auszug aus dem Interview, geführt von Katja Breitinger (MBA 2005).
Jan Jassner stieg nach erfolgreichem Abschluss seines Außenwirtschafts-Studiums in Reutlingen 2000 im Bereich Export in ein Familienunternehmen ein, das auch damals schon sehr cool war – bruno banani. Sein Vater hatte das Unternehmen 1993 gegründet, seit 2006 ist Jan Mitglied der operativen Geschäftsführung, seit 2011 ist auch Jose Borge mit dabei.

Europolitan: Was hat sich seit deinem Einstieg bei bruno banani verändert?
Jan: Als ich nach dem Studium anfing, haben wir noch ein klassisches Handelsvertretungsnetz in vielen Ländern betreut, denn damals kaufte man Unterwäsche noch vorrangig im Fachhandel und wir haben unsere Produkte über die Handelsvertreter in den Fachhandel gebracht. Heute gibt es nur wenige unabhängige Unterwäschefachgeschäfte, so dass sich unsere Vertriebswege stark geändert haben – wir haben heute eigene Geschäfte sowie einen eigenen Onlineshop und sind außerdem auf Plattformen vertreten.
Jan, ihr arbeitet seit 2020 mit einem CRM-Programm, einer Plattform für datengetriebenes Marketing. Was hat sich da in der Zwischenzeit getan?
Wir haben unser CRM-System weiter ausgebaut und arbeiten in der Zwischenzeit mit Shopware 6.5 und Evalanche. Da ist gerade unser Ziel, die Zweitkaufrate zu erhöhen und unsere Zielgruppen besser zu clustern. Um erfolgreich mit Omnichannel-Methoden zu arbeiten, muss man mindestens 200.000 aktuelle Userdaten haben und das ist wirklich viel für ein mittelständisches Unternehmen. Deswegen haben wir uns zunächst vorgenommen, unsere existierende Kundschaft besser anzusprechen und auch auf die junge Kundenbasis ab 18 einzugehen. Daher sind neben den klassischen Werbekampagnen mit Anzeigen und Videoclips auch andere Kanäle wie Instagram und TikTok relevant.
Wie stimmt ihr die digitale Welt und die physische Welt aufeinander ab?
Unsere Produkte gibt es in unseren Läden genauso wie online oder bei unseren Vertriebspartnern. Ganz wichtig ist der stationäre Handel, denn da kann man die Produkte sehen, und wir nutzen die Läden auch, um unsere Produkte virtuell zu präsentieren, z. B. mit Live-Videos. Ganz klar ist, dass wir dafür motivierte und fachlich gute Mitarbeiter brauchen. Und natürlich ändert sich mit den Smartphones auch bei uns vieles, denn unsere Produkte werden auch gerne online gekauft.
Euer Geschäftsmodell hat sich auf der Liefer- und Produktionsseite ziemlich gewandelt, denn ihr produziert nicht mehr in Chemnitz wie am Anfang, oder?
Seit unserer Gründung hat sich die Vertriebsstruktur sehr stark verändert. Damals haben wir zu 100 % über den Fachhandel verkauft. Dann haben sich vertikale Formate rausgebildet, wie zum Beispiel Mango, New Yorker, Orsay, Zara oder H&M. Diese haben die klassischen Wäschefachgeschäfte aus den 1A-Lagen verdrängt. Dann kam es dazu, dass immer mehr Einkaufszentren gebaut wurden und auch hier hauptsächlich die vertikalen Formate ihren Platz gefunden haben, eher selten die Fachgeschäfte. Des Weiteren kamen die Outlet-Geschäfte hinzu. Heute sind wir in vielen Outletcentern präsent, denn da sind viele attraktive Marken versammelt.
Des Weiteren spielt das Internet eine wichtige Rolle, dort sind wir mit einem Onlineshop und auch bei Amazon vertreten. Weiterhin arbeiten wir mit Discountern zusammen, und seit ein paar Jahren auch mit dem Lebensmittelhandel, der sich auch immer mehr für solche Aktionen öffnet.
Produktion und Beschaffung haben sich damit auch verändert. Wir haben die Baumwollprodukte schon seit Längerem in Asien produziert und spezielle, bunt bedruckte Microfaserunterwäsche in Chemnitz. Dieser Produktionszweig hat sich irgendwann in Deutschland nicht mehr gelohnt und nun fertigen wir komplett in Asien. Wir arbeiten mit vielen Herstellern schon sehr lange zusammen und die Qualität, insbesondere im Baumwollbereich, ist gleichbleibend hoch. Die Tragegewohnheiten haben sich verändert. In Europa trägt man Shorts aus Baumwolle oder Microfaser, oder gerne auch gewebte Shorts. Für die heutigen Tragegewohnheiten sind die enganliegenden Shorts am besten geeignet. Slips gehen auch, und wir haben auch noch Strings im Angebot.
Sowohl modellseitig als auch vom Umsatz sind bei bruno banani die Herren- und die Damenkollektion etwa gleich gewichtet.
Was sind die It-pieces der laufenden Kollektion?
Dafür habe ich euch ein Bild mitgebracht.

Mehr zum Interview mit Jan und seine Antworten auf unter anderm die Frage wie man aus Ideen Umsatz und Gewinn generiert, lest ihr hier im ausführlichen Bericht.
Wir wünschen euch viel Freude beim Lesen - und sagen dir Jan ein herzliches Dankeschön für das Gespräch!
