Best of Europolitan - Fashion: From Cycle to Recycle

Am May 16, 2024 veröffentlicht

Im aktuellen Europolitan berichtet Alumnus Andreas Kurz (IPBS 1983) ausführlich aus seinem Erfahrungsschatz aus 40 Jahren in der Modebranche. "Der Film Barbie hat mich daran erinnert, dass ich nur drei Monate jünger bin als sie und nächstes Jahr 40 Jahre in der Modebranche tätig bin. Zeit, darüber nachzudenken, was sich geändert hat, was nicht und was sich in Zukunft ändern sollte," so beginnt Andreas seinen Artikel.

Alumnus Andreas Kurz

Sein Einstieg in die Mode erfolgte 1985, "während des Vorstellungsgesprächs bei Hugo Boss [...] 1985 sagte ich, dass ich eines Tages Leiter des internationalen Verkaufs werden wollte. 2 Wochen später begann ich als Area Manager North Europe (UK, Skandinavien, Benelux)." Er erzählt auch von der großen Macht Hollywoods bei der Anerkennung einer Marke: "Der Film "Rocky IV" hat für Hugo Boss gezaubert: Das Sweatshirt, das Sylvester Stallone trug, als er den sterbenden Apollo hielt, wurde berühmt und damit auch BOSS. [...] Eines Freitagnachmittags erhielt ich einen Anruf aus dem Büro des Sultans von Brunei, dem damaligen Besitzer von Harrods. Sie wollten 12 Rocky/BOSS-Sweatshirts für die Leibwächter des Sultans und sie wollten sie am nächsten Tag abholen. "Kein Problem", dachte ich, denn die Sweatshirts waren auf Lager, und ich war bereit, an einem Samstagmorgen zu kommen, um sie einem so illustren Kunden persönlich zu überreichen. Aber eine Rechnung an einem Freitagnachmittag in einem deutschen Unternehmen drucken zu lassen, war nicht möglich. Sie mussten am folgenden Montag per Privatflugzeug aus London anreisen, um die 12 Sweatshirts abzuholen. Noch heute fragen die Leute nach diesem Sweatshirt, und Hugo Boss hat kürzlich eine neue Auflage herausgebracht. Das ist die Macht von Hollywood."

Mitte der 90er Jahre übernahm Andreas die Verantwortung für das Accounting von Hugo Boss USA, der größten Tochtergesellschaft. Nachdem Barney's, der zweitgrößte Kunde, Insolvenz anmelden musste, wurde es seine Aufgabe, "die Marke neu zu positionieren, nachdem sie unter dem vorherigen Management im Vertrieb untergegangen war. Wir gaben 1 Million Dollar pro Jahr für große Künstler-Retrospektiven im Guggenheim aus, und ich rekrutierte die besten Fachgeschäfte, um sie in den elitären Club der Hugo Boss-Franchisenehmer aufzunehmen."

1999 wechselte Andreas als CEO zu Diesel. "Im neuen Jahrtausend hielt ich zweimal den Atem an: das erste Mal in der Silvesternacht, als die Medien uns glauben machten, dass die Computer das Jahr 2000 nicht bewältigen könnten und die Welt untergehen würde. Damals ist nichts passiert, aber beim zweiten Mal, am 11. September, wissen wir alle, was passiert ist. Buchstäblich am 9/11 wollten wir einen riesigen Diesel-Flagship-Store am Union Square in New York eröffnen," berichtet Andreas. Und weiter: "Auf unseren Einladungen für die Eröffnungsparty stand "9/11 Save Yourself", und das VIP-Geschenk war ein Erste-Hilfe-Set mit einem roten Kreuz und dem Aufdruck "9/11 Save Yourself" (ich bin froh, dass ich nie einen Anruf vom FBI erhalten habe)." 

Andreas hat so viel erlebt und zu erzählen, dass weder der Platz hier noch in unserer gedruckten Ausgabe des Europolitans ausreicht. Deshalb haben wir seinen Artikel als extra pdf zusammengestellt und hier für euch hinterlegt. 

Wir wünschen euch viel Freude beim Lesen - und sagen dir Andreas ein herzliches Dankeschön für diesen spannenden Lebensbericht!