Best of Europolitan - Mental Health im Arbeitsleben

Published on February 22, 2024

ESB-Alumna Linda Wawrzyniak (IPBS/IMX 2014) beleuchtet in ihrem Beitrag das Thema Mental Health im Arbeitsleben und geht dabei der Frage nach, was Coaching damit zu tun hat.

Die Bedeutung der mentalen Gesundheit im Berufsleben ist unbestreibar. Die moderne Arbeitswelt bringt hohe Anforderungen und Druck mit sich, was zu Stress, Angstzuständen und Burnout führen kann. Die Unterstützung der mentalen Gesundheit am Arbeitsplatz muss dringend verbessert werden. Auch bekannte Persönlichkeiten wie Diana zur Löwen und Kurt Krömer sprechen öffentlich darüber, dass sie Hilfe für ihre psychische Gesundheit in Anspruch genommen haben, um mehr Menschen dazu zu ermutigen, sich Rat zu holen. 

Was können Unternehmen tun? Sie können zum Beispiel verschiedene Angebote [...] schaffen, um den Arbeitsplatz zu einem sicheren und förderlichen Ort für die Unterstützung der psychischen Gesundheit zu gestalten, wie: flexible Arbeitszeiten und -orte, Stressmanagement, eine Kultur der Offenheit fördern, Sensibilisierung schaffen, Ressourcen bereitstellen. Außerdem können Coaching-Programme eine wertvolle Unterstützung darstellen. [...] Studien haben gezeigt, dass Coaching die Stressbewältigung bei Mitarbeiter:innen verbessern kann (Ladefard: 2011). [...] Gerade Führungskräfte sollten bei dem Thema mit gutem Beispiel vorangehen und es auf die Agenda bringen.

Praktische Ansätze zur Förderung der mentalen Gesundheit
Es gibt verschiedene Übungen oder auch Apps zur Überprüfung und Stärkung der eigenen mentalen Gesundheit, wie zum Beispiel Achtsamkeitsübungen, Meditationsapps, Selbstreflexion und psychologische Selbsttests. Diese bieten Mitarbeiter:innen die Möglichkeit, Defizite und Probleme frühzeitig zu erkennen. 

Ich bin ein großer Fan des „Wheel of Life“, da es eine wunderbare Möglichkeit bietet, zu experimentieren und herauszufinden, was individuell am besten funktioniert. Es öffnet den Raum für Veränderung und persönliches Wachstum. [...]
 

Wheel of Life

Die fünf wichtigsten Schritte für dein eigenes Wheel of Life
Mache diese Übung gern mit Stift und Papier, da der visuelle Prozess bereits beim Reflektieren hilft und du die Kategorien für dich passend abändern kannst.
1.    Definiere deine wichtigsten Lebensbereiche. Nimm dir Zeit, um darüber nachzudenken, welche Bereiche in deinem Leben von Bedeutung sind. Du kannst die vorgegebenen Kategorien verwenden oder eigene formulieren, es sollten jedoch nicht mehr als zehn Kategorien sein, um einen guten Überblick zu behalten. Zeichne einen Kreis und unterteile ihn in so viele Abschnitte wie du Kategorien hast.
2.    Bestimme deinen Zufriedenheitsgrad. Bewerte nun jede Kategorie auf einer Skala von 1 bis 10 hinsichtlich deiner Zufriedenheit. Stelle dir 1 als "überhaupt nicht zufrieden" in der Mitte des Kreises und 10 als "sehr zufrieden" am äußeren Rand vor. Verbinde die Punkte, um ein Bild davon zu erhalten, wo du deine Aufmerksamkeit hauptsächlich fokussierst. Dieses visuelle Bild hilft dabei, sich bewusster zu werden und Ziele zu setzen.
3.    Überprüfe deine Erwartungen. Reflektiere, was du in jedem Bereich idealerweise erwartest. Es ist nicht das Ziel, in jedem Bereich 10 Punkte zu erreichen. Dein individuelles Gleichgewicht hängt von deinen Prioritäten ab. Stelle dir Fragen wie: Wie zufrieden bin ich mit diesem Lebensbereich im Moment? Wie viel Zeit widme ich diesem Bereich? Wo möchte ich mehr Energie investieren? Lege für jede Kategorie eine Wunschpunktzahl fest und markiere sie farblich. Priorisiere jede Kategorie zudem von 0 bis 100 % basierend auf ihrer persönlichen Bedeutung für dich.
4.    Definiere deine Ziele. Wähle den Bereich aus, der die höchste Prozentzahl hat und den niedrigsten Zufriedenheitsgrad aufweist. Formuliere ein Ziel für diesen Bereich und leite konkrete Maßnahmen ab, um dieses Ziel zu erreichen. Achte darauf, deine Ziele nach dem SMART-Prinzip zu formulieren: spezifisch, messbar, erreichbar, realistisch und zeitlich definiert. Stelle dir dabei Fragen wie: Welche Veränderung möchte ich in dem Lebensbereich sehen? Welche Schritte sind notwendig, um dieses Ziel zu erreichen? Wie könnten erste Schritte aussehen?
5.    Setze deine Pläne in die Tat um. Sobald du deine Ziele definiert hast, ist es an der Zeit, aktiv zu werden. Denke daran, dass Veränderungen im Leben unausweichlich sind und Erwartungen sowie Umstände sich im Laufe der Zeit ändern können. Ein Grundprinzip im Coaching ist, dass du bereits über die notwendigen Ressourcen verfügst, um deine Ziele zu erreichen. Das Bewusstsein über diese Ressourcen eröffnet neue Perspektiven und steigert die Motivation. Stelle dir Fragen wie: Welche Fähigkeiten und Stärken habe ich bereits?   Wer oder was kann mich auf meinem Weg unterstützen?

Den vollständigen Artikel kannst Du in unserem aktuellen Europolitan nachlesen. Die digitale Ausgabe kannst Du Dir hier herunterladen (Login notwendig).